Presseinformation Otto Bock Team - Möbel Kraft Marathon Hamburg 2010
Mirco Vaupel
42,195 Kilometer durch das sonnige Hamburg
Unkonzentrierte Streckenposten beeinflussten die Platzierungen des Handbikerennens



Arkadiusz Skrzypinski Vico Merklein Torsten Purschke
Zum 25. Mal fiel am Sonntag, den 25. April, der Startschuss für den Hamburger Marathon. Dafür suchte sich der Veranstalter den bis dahin schönsten Tag des Jahres aus und die Athleten durften bei über 20 Grad Celsius ihrem Sport nachgehen. Über 20.000 waren es, die ihre Kräfte auf der traditionellen 42,195 Kilometer langen Strecke maßen. Unter ihnen waren auch fast 80 Handbiker. Die deutschen Spitzenfahrer und auch Weltklassefahrer aus anderen Nationen ließen es sich nicht nehmen, an der beliebten Veranstaltung teilzunehmen. Jedoch fehlten die Kniebiker, da diese, wie bereits im letzten Jahr, nicht in die Wertung aufgenommen werden.
Vorweg vor den Läufern starteten die Handbiker um wenige Minuten vor Neun Uhr auf dem Millerntorplatz. An der Strecke, die längs vieler Sehenswürdigkeiten entlang der Elbe und der Alster führt, fanden rund 800.000 Sportbegeisterter zu dem Geschehen und gaben den Sporlern Kraft für die Marathondistanz. Nachdem die Hamburger Hymne von einem Opernsänger zum Besten gegeben wurde, kam das große Feld von Handbikerinnen und Handbikern gefolgt von den Rollstuhlfahrern in Bewegung und es entstanden die ersten Gruppen.
Nach der Führungsarbeit über drei Kilometer durch den Otto Bock Fahrer Torsten Purschke fuhren Vico Merklein und Arkadiusz Skrzypinski eine Attacke und setzten sich vom Führungsfeld ab, das jetzt mit sechs Fahrern der H3 und H2 Divisionen in Verfolgung war. Als die beiden Ausreißer aus der Sicht der Führungsgruppe gerieten, attackierten Bernd Jeffré, Edward Maloouf und Josef Michelberger und wieder konnte durch mangelnde Abstimmung bei der Führungsarbeit die Lücke nicht geschlossen werden. Mit Zusammenarbeit schafften es dann die beiden Otto Bock Fahrer Torsten Purschke und Tobias Knecht den bis dahin achtplatzierten Stefan Bäumann hinter sich zulassen. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens jedoch ließen unkonzentrierte Streckenposten es zu, dass zunächst die ersten drei und danach die beiden Otto Bock Fahrer eine verkehrte Straße einfuhren. Torsten Purschke und Tobias Knecht merkten dies zuerst und wurden nach dem Umkehren wieder von Stefan Bäumann eingeholt.
Nichtsahnend von dem gleichen Schicksal der anderen Fahrer, fuhr Torsten Purschke vorne im Wind für die beiden Fahrer der H2 Division, wurde aber bald von Bernd Jeffré und Edward Maloouf eingeholt, die Josef Michelberger hinter sich gelassen hatten. Von neuer Spannung erfüllt ging das Rennen weiter und das fünfköpfige Feld bahnte sich seinen Weg ins Ziel. Während vorne Vico Merklein und Arkadiusz Skrzypinski den Doppelsieg für das Team Sopur nach Hause fuhren, attickierte nochmals Bernd Jeffé und zog damit das Verfolgerfeld auseinander. Auf der etwa 800 Meter langen Steigung vor der Zielgeraden führte Bernd Jeffré schon ungefähr 30 Meter. Nach einer stark gefahrenen letzten Kurve konnte Torsten Purschke dann aber mehr Schwung mitnehmen, um im Zielsprint noch an Bernd Jeffré vorbeizuziehen und den dritten Platz auf dem Podium für das Otto Bock Team zu holen. Vico Merklein schlug mit seiner Zeit den Streckenrekord, der im letzten Jahr von Bernd Jeffré aufgestellt wurde, um sieben Sekunden. In der weiteren Verfolgergruppe setzte sich Otto Bock Fahrer Tobias Knecht vor dem Libanesen Edward Maloouf vom Team Spur durch und gewann die H2 Division. Dritter wurde hier Josef Michelberger vom GC Nendorf.
Die Division H1.2 entschied der Österreicher Wolfgang Schattauer vom ABSV Wien für sich und verwies Torben Bröer (Team Sopur) und Andreas Stroh auf die Plätze. In der Division H1.1 gewann der Otto Bock Fahrer Andreas Kiemes, der aufgrund neuer Erkenntnisse in diese Division klassifiziert wurde. Zweiter wurde Markus Große-Boes vor Jürgen Winkler vom Tetra Team. Bei den Frauen durfte die Schweizerin Theres Huser in der Division W3 den obersten Platz des Podiums einnehmen. Zweite wurde Lily Anggreny (Team Sopur), dritte Annette Kuhlmann. Die Division W2 gewinnt Pia Lingnau vor der Russin Svetlana Moshkowich vom Otto Bock Team.
Die Siegerehrung fand direkt am Zieleinlauf am Heiligengeistfeld statt. Vor den tosenden Zuschauern auf den Tribünen wurden jeweils die drei Schnellsten der Frauen und der Männer geehrt. Zu kritisieren sei an der Stelle, dass die Schnellsten der Divisionen mit den Höheren Querschnittslähmungen nicht geehrt wurden. Auch Preisgelder wurden nur an die ersten der in diesem Fall schnellsten Fahrer der Division H3 vergeben. Ein noch so guter Fahrer der H1 würde bei einer solchen Regelung nie eine Ehrung erwarten können. Bei Änderungen dieser Regelung wäre es dann auch möglich die Kniebiker in einer eigenen Division starten zu lassen, sodass die Leistungen aller Sportler in gerechter Weise belohnt werden.

Torsten Purschke

Andreas Kiemes

Jan Philipp Ohm