RAAM - Race Across America 2009
Bericht aus der Babenhäuser Zeitung
Race-Across-America mit dem Handbike:
Hört dein Körper auf dich oder du auf deinen Körper?
Vico Merklein
Vico Merklein kurz vor dem Start des
Race Across Amerika, eine der ganz großen
Herausforderungen dieser Zeit...

„Nach dem dritten Tag geht es nicht mehr um den Genuss oder Hunger an sich“, beschreibt Vico Merklein aus Langstadt die Nahrungsaufnahme während des 4.800 Kilometer-Rennens „Race-Across-America“. „Nudeln, Nudeln, Nudeln - der Körper braucht Kohlenhydrate, sonst gleicht er einem Motor ohne Benzin.“ Der Start seiner vierköpfigen Mannschaft, dass sich in zwei Renn-Teams aufteilte, erfolgte am 20. Juni in Ocean-Side an der Westküste der USA.

„Nach dem dritten Tag geht es nicht mehr um den Genuss oder Hunger an sich“, beschreibt Vico Merklein aus Langstadt die Nahrungsaufnahme während des 4.800 Kilometer-Rennens „Race-Across-America“. „Nudeln, Nudeln, Nudeln - der Körper braucht Kohlenhydrate, sonst gleicht er einem Motor ohne Benzin.“ Der Start seiner vierköpfigen Mannschaft, dass sich in zwei Renn-Teams aufteilte, erfolgte am 20. Juni in Ocean-Side an der Westküste der USA.

Die Zielankunft in Washington DC an der Ostküste konnte am 28. Juni gefeiert werden.

Dazwischen lag eine „Tour der Torturen“, beschreibt Merklein das Rennen, bei dem die Hand-Biker mit zwei bis drei Stunden Schlaf am Tag auskommen mussten. Ein hohe Belastung für die Sportler, aber auch für das 14 Mann starke Begleitteam. „Unserer Crew gebührt ein großes Lob – sie haben genauso viel Zeit und Nerven investiert wie wir Fahrer“, weiß Merklein.

Begegnungen mit streunenden Hunden und nächtliche „Oppossum - Überraschungen“ gehörten ebenso zum Rennen, wie die grandiose Landschaft quer durch die Vereinigten Staaten.

Für Hygiene–Fanatiker sei so ein Rennen nichts – waschen und Kleidung wechseln stand unten in der Prioritätenliste. „Im Begleitauto hat es gestunken, wie in einem Puma-Käfig“, beschreibt Merklein die Auswirkungen. Zumindest von Verletzungen blieben die Sportler verschont. Und auch die Ausrüstung tat zuverlässigen Dienst. Das eigentliche Ziel – die Strecke innerhalb von neun Tagen zu fahren – erreichte das Team: Insgesamt waren sie acht Tage, neun Stunden und sechs Minuten unterwegs. Das Team war unter den 350 Radfahrern das einzige Handbike-Team und auch das erste, das die offiziellen Zeitvorgaben der Veranstalter (für Radfahrer) mit diesen Sportgerät einhielt. Warum tut man sich solch eine Strapaze an? Merklein überlegt: „Auf der einen Seite ist das etwas, was man ausschließlich für sich selber macht – hört dein Körper auf dich oder du auf deinen Körper? Und dann soll es allen Rollstuhlfahrern zeigen: Wenn man will, geht alles!“ Das alles geht bewies Merklein gleich am vergangenen Wochenende: Er nahm am Handbike-Marathon in Heidelberg teil. Die Zeitmessstelle nach 42,195 Kilometern zeigte eine Stunde und drei Sekunden an: Weltrekord!

Vico Merklein - Hannes Köppen
li.Vico Merklein re.Dr.Hannes Köppen
Vico Merklein am Ziel
Vico Merklein im Ziel - kurze Zeit später fährt er den Weltrekord über die Marathondistanz