Handbikewoche Elzach 2005
Stefan Lange - Michael Biermann
Tagebuch einer Trainingswoche im Südschwarzwald
Teilnehmer: Jörn Kreinberg, Torsten Krause, Linus und Manuela Jungnitsch, Stefan Montag, Thomas Schmicking, Jürgen Könen, Denyse Gundlich. Scouts: Michael Biermann, Stefan Lange. Eingeladen von Fa. Schwalbe: Markus Lambertz, Manuela Zahn, Jörg Müller, Katja Lüke, Reini Sampl, Ester und Sarah Kim Weber-Kranz.

Am Sonntag den 10.07.05 trafen sich mal wieder ein paar Handbiker zum einzigen Trainingslager in Elzach zur Otto Bock Handbikewoche. Nach der Ankunft aller Teilnehmer im Aktivhotel in Elzach gegen 18.00 Uhr war erstmal Kennenlernen und Beschnuppern der Teilnehmer beim Abendessen angesagt.
Die erste Tour für Montag wurde ausgiebig besprochen. Montagmorgen um 8.30 Uhr beginnt der Tag mit der funktionellen Oberkörpergymnastik mit Stefan, die von allen Teilnehmern als positiv empfunden wurde. Scout Michael denkt da etwas anders!! Anschließend ausgiebiges Frühstück. Danach ab in die Tiefgarage und erstmal ausgiebiges Schrauben und Einstellen mit Thomas Schmicking an den Bikes. Gegen 11.00 Uhr Abfahrt zur ersten Ausfahrt Richtung Emmendingen. Kurz vor Emmendingen ging es schon ab in die Weinberge um die Form der Teilnehmer zu testen. Diese war doch bei allen schon erstaunlich gut. Außerdem konnten wir schon Abfahrten und Kurventechnik üben. Für Torsten und Jörn war das schon mal was anderes als auf dem Elbdeich im flachen Norden hinter Stefan im Windschatten zu fahren. Nach der wie immer etwas beschwerlichen Rückfahrt, die ständig ansteigt, freuten sich alle wieder im Aktivhotel zu sein. Das ergab ca. 38 km. Thomas, Linus und Stefan nahmen anschließend noch den Hausberg in Angriff. Die Gipfelerstürmung wurde aber bei km 7 durch aufkommenden Regen verhindert. Beim gemütlichen Abendessen ließ man den Tag ausklingen.
Dienstag: Mit der Oberkörpergymnastik begann nun jeder Morgen um 8.30 Uhr und wurde von den Teilnehmern als guter Start in den Tag empfunden, da kleine und größere Wehwechen gelindert wurden. Die Tour führte durch Emmendingen inklusive Weinbergen und danach wieder nach Hause. Das ergab ca. 60 km, die von allen auch schon in den Armen gespürt wurden. Beim Abendessen brachten die Witze von Jörn immer viel Heiterkeit in die Runde.
Mittwoch: Heute wog die Oberkörpergymnastik nicht ganz so schwer, da die erste Bergetappe anstand. Schon beim Frühstück war deshalb die Nervosität zu spüren. Um 11.00 Uhr starteten wir bei 27 Grad und einem leichten Gegenwind. Wir hatten vorher besprochen, das jeder den Puls bis maximal 150 bringt. Oben war dann der Treffpunkt. Hier spürte Stefan Montag dass es ohne Pulsgurt ganz schön schwer ist, ein moderates Tempo zu fahren. Hier kam der Spruch von Jörn "Du bist noch jung, du kannst das ab". So kamen dann alle nach oben. Michael und Jürgen brauchten etwas länger, was die anderen schon zu der Annahme brachte, sie hätten die Gipfelerstürmung abgebrochen, aber Jürgen hat sich tapfer nach oben durchgekämpft. Für die anderen kam jetzt der richtige Spaß. Nach einigen Instruktionen ging es dann mit bis zu 92km/h den Berg hinunter in Richtung Schweighausen. Unten beim Abbiegen gab es erstmal großen Jubel über die sensationelle Abfahrt . Da schmerzte die nächste Steigung, die genommen wurde, nur noch ganz wenig. Belohnt wurde die Anstrengung durch eine fantastische Aussicht in das Tal. Jörn hat davon wenig gesehen, da er immer nur den Auffahrschutz von Stefan im Blick hatte. Er erkundigte sich dann abends, wie die Gegend so ausgesehen hat. Aber der Härtetest stand noch bevor, die 18% Rampe Richtung Gutach. Und auch hier brachte Jörn alles auf einen Punkt: " Von Panele zu Panele kommt man auch oben an". Im Tal waren 42 Grad zu verzeichnen, was die Steigung nicht leichter machte. Aber selbst das konnte die Beiden (Linus u. Stefan Montag) nicht davon abhalten kleine Bergwertungsrennen zu fahren. In Elzach angekommen, standen 55 km mit 1055 Höhenmetern zu Buche. Dies brachte alle Augen zum Glänzen. Michael und Jürgen drehten auf dem Gipfel um und genossen die Abfahrt, machten noch ein paar Höhenmeter zum Elztalhotel hinauf und kamen ziemlich geschafft im Aktivhotel wieder an. Dort begrüßte Michael Denyse, die gerade angereist war. Mit ihr wurde dann noch mal die Begrüßungstour Richtung Bleibach gefahren. Da Denyse ihr Bike erst 2 Tage vorher bekommen hatte, drehten beide in Bleibach wieder um.
Am Donnerstag war Ruhetag. Alle machten einen leicht erschöpften Eindruck und freuten sich über die Pause. Michael und Denyse fuhren die flache Tour bis Sexau und zurück. Eine beachtliche Leistung für die 3.Tour im neuen Bike.
Freitag war eine besondere Tour geplant. Mit dem Auto bis Emmendingen und dann rund um den Kaiserstuhl . Eigentlich eine Tour um die 60 km mit ein paar leichten Wellen. Wenn da nicht dieser falsche Abbieger von Stefan gewesen wäre, der seine Radkarte im Zimmer vergessen hatte. Und nun begann die "Höllentour". Nicht um den Kaiserstuhl herum, sondern mittendurch. Was mehrere Wellen bedeutete, die eine Höhenmeterzahl von 1250 ergibt (Hier möchte sich Stefan noch mal bei allen Teilnehmern entschuldigen.) Der höchste Punkt lag bei 440m. Gekennzeichnet von vielen Start und Ziellinien von Bergzeitfahren. Auf der Abfahrt, wo eigentlich der Scout nicht überholt werden sollte, hat Thomas mal Gas gegeben und Linus und Jörn im Windschatten hinterher. Stefan konnte diesem rasenden Zug nicht mehr folgen, um Bescheid zu sagen, dass links abgebogen wird in Richtung Frankreich. Netterweise stellte sich ein Rennradfahrer zur Verfügung, die Ausreißer zu stellen um Bescheid zu sagen. Er wusste nicht worauf er sich eingelassen hatte. Nach mehreren Kilometern und einer langen Zunge hatte er das Trio erreicht. Die dann mit unschuldigem Gesicht zurückkamen. Nachdem wir abgebogen sind, stieg die Motivation unglaublich an. Denn wir befanden uns auf den Spuren der 8.Etappe der "Tour de France" von Pforzheim nach Gèrardmer. Vor uns auf der Straße standen all die großen Namen der besten Rennradfahrer der Welt. Das war ein ziemlich gutes Gefühl. Und so ging es weiter um den Kaiserstuhl herum. Da ich ab und zu mal nach dem Weg fragen musste und uns auch immer bescheinigt wurde, dass wir auf dem richtigen Weg waren, gingen wir davon aus, dass es noch etwa 20 km bis nach Emmendingen waren. Als die 20 km um waren und Emmendingen immer noch nicht erreicht, fragten wir noch mal nach dem Weg. Der Radrennfahrer schlug die Hände über dem Kopf zusammen und sagte "Noch 2o bis 25 km nach Emmendingen". Okay, wie Lance schaute ich meinen Mannen in die Augen und konnte lesen: " Das schaffen wir!" Der Radrennfahrer wohnte zum Glück gleich um die Ecke, füllte alle unsere Trinkflaschen (Jeder hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon um die 4 Liter getrunken). Er führte uns dann auf sicherem und traumhaften Wegen bis zu einem Punkt, wo wir uns nicht mehr verfahren konnten (dafür noch mal Danke). Und endlich Emmendingen!! Nach 87 km 5h 16min reiner Fahrzeit und 7,5h im Bike war die Tour geschafft. Alle waren sehr zufrieden über ihre Leistung (trotz der Schmerzen). Michael und Denyse hatten keine Orientierungsschwierigkeiten und fuhren über Riegel, Endingen, Bahlingen, Reute zurück nach Emmendingen. Nach einer kleinen Sightseeingtour durch Emmendingen ging es mit dem Auto zurück nach Elzach. Inzwischen war aus der Otto Bock Handbikewoche, "Schwalbe needs Otto Bock" Handbikewoche geworden.
Samstagmorgen: Was für eine Gruppe. Mit 16 Teilnehmern begann der Tag mit der Oberkörpergymnastik. Als Stefan gefragt wurde, was heute so ansteht und er sagte: "Locker rollen!", ging ein Gelächter durch die Gruppe. Man war gewarnt vom Vortag, das seine Vorhersagen nicht immer stimmen. Nach einer kleinen Einweisung rollte die Truppe dann im gemächlichen Tempo Richtung Elzach Ortsausgang. Danach links ab zum Sportplatz. Dort kam der erste Anstieg. Dort zeigte sich wer schon ein paar Kilometer in den Armen hatte. Und in den Beinen (Manu und Markus).Besonders stolz waren wir auf Esther Weber-Kranz und Yvon Buchmann die als Tetraplegiker/in sich nichts schenkten und tapfer der Gruppe folgten. Nach ein paar Kilometern legten wir eine Zwangspause ein, weil Stefan einen Plattfuß hatte. Aber der "Reifenhändler" Markus war sofort zur Stelle und behob den Schaden in Nullkommanichts. Danach lief alles rund. Bei bestem Wetter und schönen Aussichten genossen alle die sensationelle Ausfahrt und rollten in moderatem Tempo zurück zum Hotel.

Das Highlight des Wochenendes stand nun kurz bevor. Um 17.00 Uhr traf unser Schulbus!! ein, der die "Schwalbe meets Otto Bock" Gruppe zur Weinprobe nach Breisach in den Kapuziner brachte. Der Ruf "Taxi ist da" hatte eine ganz neue Dimension, wenn das Taxi ein ausgewachsener Schulbus ist. Folgende Schulkinder waren dabei: Manuela Zahn, Markus Lambertz, Katja Lüke, Ester und Sarah Kim Weber-Kranz, Reini Sampl, Jörg Müller, Thomas Schmicking, Michael Biermann und Stefan Lange. Und ab ging die Reise Richtung Breisach. Vorbei an fantastischen Weinbergen zur linken den Schwarzwald, zur rechten die Aussicht auf den Kaiserstuhl. Bevor es in den Kaiserstuhl ging, gab es einen Zwischenstopp bei den Trauzeugen von Esther, die einen kleinen Weinhandel haben und uns die Reise ein wenig versüßen wollten indem sie uns 2 Flaschen Prosseco als Reiseproviant mitgaben. Weiter ging es durch den Kaiserstuhl, wo der Bus es richtig schwer hatte, die Berge zu erklimmen. Stefan war der Meinung, er wäre mit dem Bike schneller gewesen. In Breisach angekommen ging es direkt in den Kapuzinergarten. Der erste Eindruck war klasse. Aber als wir auf die Restaurantterrasse kamen, stockte uns der Atem. Eine fantastische Aussicht auf Teile des Kaiserstuhls und in den Schwarzwald begleitete uns beim Essen. Die Weinprobe war ein Highlight für sich. Wir lernten etwas über die 1. und 2. Nase und übers Schlürfen, über Gerüche im Wein, die wahrscheinlich in dieser Art nur in einem blühenden Garten zu finden sind. Zum essen stieß noch Susanne Fassbender dazu, der wir es zu verdanken haben, dass wir in dieses Restaurant gekommen sind. Nochmal ein Dankeschön. Gegen 23.30 holte uns der Schulbus wieder ab und es ging Richtung Elzach. Aber nicht ohne einen Zwischenstopp an der Autobahnraststätte, um noch ein wenig Bier einzukaufen, für die Fahrt. Wobei der Busfahrer hier alles geben musste, denn Bier und anderes in dieser Richtung darf nur bis um 24:00 Uhr verkauft werden. In Elzach angekommen, waren dann alle glücklich, in ihre Betten zu kommen. Noch einmal vielen Dank an Schwalbe für den schönen Abend und die tolle Einladung.
Michael und Stefan