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01.12.08 - 28.02.2009 Trainingscamp Lanzarote
24.01.2009
Gestern war die angekündigte Trainingseinheit in der Hannes Köppen, Vico Merklein und Thomas Lange 16 Std nonstop fahren wollten. Die drei bereiten sich auf das 24 Std. Rennen in Florida vor. Der nächste Saisonhöhepunkt für Vico Merklein und Hannes Köppen ist dann ‘Race Across Amerika‘ und für Thomas Lange das Rennen Trondheim - Oslo.
Frage: Ihr seid nachts um 2:00 Uhr gestartet und hattet wettertechnisch Pech. Es war für Lanzarote Verhältnisse ein kalter, regnerischer Tag. Wieso habt Ihr das Projekt nicht verschoben?
Thomas: So um 4 Uhr fing es an zu regnen. Ich sagte dann mal zu Hannes „Schlechts Wetter, was?“ Der winkte aber nur ab. Da war mir klar, dass es bis zum bitteren Ende weiter geht.
Frage: Für eine solche Tour braucht man einiges an Essen und Trinken. Wie habt Ihr das logistisch gelöst?
Thomas: Unterschiedlich. Hannes und Vico hatten sich von Hannes Freundin Grace zwei Mal Essen an die Strecke bringen lassen. Ich hatte versucht völlig autonom zu bleiben und den ganzen Rahmen mit Candybars beklebt (siehe Foto unten). Jede Stunde ein Bar. Außerdem hatte ich 3 Liter Tee an Bord. Das reichte problemlos für 17 Stunden. Ich wollte, dass sich meine Räder über die gesamte Zeit drehen und auch nicht für einen Moment stehen bleiben. So hatte ich das geschafft.
Frage: Wie hält man über einen so langen Zeitraum die Motivation aufrecht und schmeißt nicht einfach das Handtuch? Was geht einem während einer so langen Fahrt alles durch den Kopf und gibt es da auch Stunden wo die „Sinnfrage“ kommt?
Thomas: Man muss sich kleine Ziele setzen. Wenn ich mich ins Bike mit dem Gedanken setze erst wieder nach 17 Stunden da raus zu kommen, fange ich gar nicht erst an. Das ignoriere ich irgendwie. Wenn die Schmerzen anfangen, hangele ich mich von Stunde zu Stunde durch. Nur nicht in dem Moment wo man gerade ist, aufgeben. Nach 424 km war es dunkel und ich konnte ohne schlechtes Gewissen aufhören.
Hast Du letztendlich Dein Ziel erreicht?
Thomas: Die drei Wochen hier in Lanza haben sich allein für diesen Tag gelohnt. Es war eine völlig neue Lebenserfahrung. Da fällt mir doch gleich ein Wort von Henry Miller ein: „Unser Ziel ist nie ein Ort, sondern nur eine neue Art des Sehens zu finden“.
Frage: Wie geht es Dir heute?
Thomas: Unmittelbar nach dem Lauf, war ich total kaputt. Bin sogar mit dem Rolli nach hinten umgekippt, was mir sonst nie passiert. Heute fühle ich mich erstaunlich gut. Die Arme tun noch etwas weh.
Frage: Was nimmst Du aus dem gestrigen Tag mit?
Thomas: Manche Dinge erscheinen im Voraus unerreichbar. Das kann richtig sein. Es kann aber auch an einer falschen Art des Sehens liegen. Und das ist eben das Fantastische, wenn man merkt, dass es nur daran gelegen hat.
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